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Prozess gegen "Drückerkönig" in Sicht

Aus Aller Welt

Prozess gegen "Drückerkönig" in Sicht

Beitragvon Admin » 28. Jul 2010, 17:09

Landgericht Chemnitz plant Termine von August bis Oktober ein - Wolfgang G.s bisheriger Verteidiger braucht jetzt selbst Rechtsbeistand



Reichenbach/Chemnitz. Noch immer ist der Prozessauftakt gegen "Drückerkönig" Wolfgang G. aus Reichenbach ungewiss. Dennoch deutet alles darauf hin, dass die Wirtschafts-Strafkammer am Landgericht Chemnitz die Klage der Generalstaatsanwaltschaft zulassen und schon bald das Verfahren eröffnen wird.

Die Termine sind für diesen Fall bereits geplant, bestätigt Pressesprecher Thomas Mrodzinsky vom Chemnitzer Landgericht auf Anfrage. Der Prozess soll demnach von Ende August bis Anfang Oktober stattfinden. Die endgültige Entscheidung stehe noch bevor. "Nach Ablauf der den Verteidigern gewährten Stellungnahmefristen wird die Kammer entscheiden", so Gerichtssprecher Mrodzinsky.

Sachsens Generalstaatsanwaltschaft hat bereits am 4. Mai Anklage gegen Wolfgang G. und dessen Lebensgefährtin Gina G. sowie gegen den Rechtsanwalt und Kommunalpolitiker Thomas Höllrich erhoben. Höllrich gehört als Reichenbacher Ortsvorsitzender, Kreisrat und Stadtrat zum Spitzenpersonal der Linken im Vogtland. Zugleich war er als Anwalt des Drückerkönigs mit ins Visier der Sonderermittlungseinheit Ines geraten. G. soll seinen Drückern und dem Fiskus jede Menge Geld vorenthalten haben.

Ein Schaden in Millionenhöhe

In einer umfänglichen Anklageschrift wirft die Generalstaatsanwaltschaft Wolfgang G. Steuerhinterziehung in 27 Fällen, das Vorenthalten von Sozialversicherungsleistungen in 90 Fällen sowie Bankrott in drei Fällen vor. Allein die G. zur Last gelegten Steuerdelikte belaufen sich laut Generalstaatsanwaltschaft auf 1,5 Millionen Euro. Thomas Höllrich soll in mehreren Fällen Beihilfe geleistet haben. 60 Zeugen haben die Ankläger benannt.

Der in den 1980er-Jahren in Nürnberg zum "Drückerkönig" aufgestiegene Wolfgang G., der nach haarigen Konflikten in der Szene im Jahr 2001 die fränkische Metropole verlassen und seine Aktivitäten nach Reichenbach verlegt hatte, sitzt seit November 2009 in Untersuchungs-Haft. Zoll- und Ines-Beamte hatten den 53-Jährigen damals im Rahmen einer Razzia festgenommen.

Sein langjähriger Anwalt Thomas Höllrich ist zurzeit nicht erreichbar. Er sei im Urlaub und habe sein Handy abgestellt, heißt es aus seiner Kanzlei. Allerdings hatte sich der Reichenbacher zu einem früheren Zeitpunkt empört geäußert. Der Generalstaatsanwaltschaft warf Höllrich eine Reihe von Verfahrensfehlern vor. Der Politiker der Linken erklärte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so gegen einen Anwalt mit CDU-Parteibuch vorgegangen wäre."

Neue Anwälte beauftragt

Allerdings wird Höllrich in dem bevorstehenden Prozess weder seinen langjährigen Mandanten verteidigen, noch sich selbst. "Der Hauptbeschuldigte hat jetzt einen anderen Verteidiger", erklärt dazu Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein von der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden. Auch Höllrich habe einen Anwaltskollegen mit seiner Verteidigung betraut.
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