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Tresor gibt seine Geheimnisse preis

Aus Aller Welt

Tresor gibt seine Geheimnisse preis

Beitragvon Admin » 30. Jul 2010, 12:30

Plauen. Der Anfang Juni bei Ausgrabungen an der Marktstraße in Plauen gefundene alte Tresor hat sein Geheimnis preisgegeben. Neben vielen anderen verkohlten Unterlagen fanden die Wissenschaftler vom Sächsischen Landesamt für Archäologie Dresden darin ein Soldbuch, Ausgangsscheine vom Militär, ein Notizbüchlein, ein Brillenetui sowie Hartgeld in der Währung Reichsmark. Das bei den Luftangriffen Ende des Zweiten Weltkrieges entstandene Feuer und die damit verbundene ungeheure Hitze haben selbst das Innere des massiven Tresors weitestgehend vernichtet.

"Der Tresor muss richtig rot geglüht haben", gibt Christoph Heiermann die Einschätzung der Experten wieder. Heiermann ist Pressesprecher des Landesamtes, wohin das Fundstück nach seinem Auffinden gebracht worden war. Um den Schrank zu öffnen, "haben wir die Rückwand mit einem Trennschleifer herausgenommen". Dabei stellte sich heraus, dass eine zweite Wand in das Möbel eingearbeitet und zwischen den beiden Wänden eine Schicht aus Sand eingelassen worden war - aus Gründen des Brandschutzes. Genützt hat das wenig.

Mit den meisten verkohlten Papieren konnten die Archäologen nichts anfangen. Die liegen mittlerweile in einem Tiefkühlraum, damit sie nicht noch weiter zerfallen können. Wie damit weiter umgegangen wird, ist noch unklar. Man werde aber zumindest versuchen, auf den Unterlagen einen Namen zu finden und ihn zu entziffern. Wichtige, wissenschaftliche Erkenntnisse erwarte man durch den Fund nicht. "Solche Tresore haben wir auch hier in Dresden schon gefunden, und solche Soldatenpapiere existieren auch und sind nicht verkohlt", erklärt Christoph Heiermann.

Eine Erkenntnis scheinen die Mitarbeiter des Landesamtes aber bereits gewonnen zu haben: Die Abkürzung "RTM" in den Militärpapieren deute auf einen Rittmeister hin. Der im Jahr 1945 in Deutschland abgeschaffte Dienstgrad Rittmeister ist Offizieren der Kavallerie verliehen worden. Der Tresor habe also vermutlich keinem einfachen Soldaten gehört, bestätigte der Dresdener. Laut Adressbuch wohnten in den Gebäuden an der Marktstraße ein Kaufmann, ein Geschäftsinhaber, Handelsvertreter und andere.

Zudem sind einige Zeilen im Notizbüchlein entziffert worden. Es fanden sich Listen mit Angehörigen der Einheit wie etwa Unteroffizieren sowie die Beschreibung von Einzelteilen eines Gewehrs. "Wir haben keine Goldbarren oder ähnliche wertvolle Dinge entdeckt", sagt Heiermann. Bei dem Brand nach dem Luftangriff müsse der Geldschrank aus einer der oberen Etagen in den Keller gefallen sein, als das Gebäude in sich zusammenstürzte.

Bei der weiteren Recherche müsse man bedenken, dass ein im Notizbüchlein oder dem Soldbuch stehender Name noch nicht der des Tresorbesitzers sein muss. Die Arbeit an den Papieren wird noch einige Wochen andauern.
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